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Wie ist es um den Datenschutz bei Instant Messengern bestellt?

Liest Facebook mit, wenn ich Nachrichten über WhatsApp schreibe?

Eigentlich sollte dies kein Thema sein, denn von einer  App, mit der ich Nachrichten an Kollegen, Freunde und Familie schicke erwarte ich das niemand mitliest, außer der Empfänger selbst. Dafür gibt es schließlich Ende-Zu-Ende-Verschlüsselung bei WhatsApp. Wie sicher diese ist hat Heise Online 2016 in diesem Artikel getestet.
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Ende zu Ende Verschlüsselung

Unter Ende-zu-EndeVerschlüsselung (englisch „end-to-endencryption“, „E2EE“) versteht man die Verschlüsselung übertragener Daten über alle Übertragungsstationen hinweg. Nur die Kommunikationspartner (die jeweiligen Endpunkte der Kommunikation) können die Nachricht entschlüsseln.

Quelle: Wikipedia

Nach dem Datenschutzskandal aktuell bei Facebook kursieren natürlich wieder Gerüchte und die Skepsis der Benutzer steigt. Grund zum Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Privatsphäre fand ich zuletzt auf einem weiteren Artikel von Heise, indem erläutert wird, dass es auf iPhones trotz Ende zu Ende Verschlüsselung für die Betreiber – Facebook – möglich sein soll Nachrichten mitzulesen. Ein Schlupfloch, nämlich die Tatsache dass sich die Facebook App und WhatsApp, da Sie vom selben Anbieter stammen in der Lage sind Daten miteinander auszutauschen. Ob das tatsächlich genutzt wird ist nicht festzustellen. Die Aussage Zuckerbergs nach der Anhörung durch den US-Kongress „Facebook könne keinerlei WhatsApp Inhalte sehen“ ist laut Gregorio Zanon, der Entdecker dieser Lücke, falsch. Im Originalbeitrag wird das ganze umfassender erläutert.

Soll ich jetzt kein WhatsApp mehr nutzen?

Nach dem der Datenschutzskandal bei Facebook öffentlich wurde gab oder gibt es eine Bewegung, in der viele Nutzer ihr Facebook Profil löschen. In der Konsequenz daraus sollte man dann auch kein Instagram oder WhatsApp nutzen, denn die gehören alle zu Facebook. Im Endeffekt muss das natürlich jeder für sich entscheiden – Wenn Sie Ihr Facebook Konto gelöscht haben, aber noch WhatsApp nutzen, sollten Sie den Sinn dahinter überdenken. Wer auf die Angebote von Facebook nicht verzichten möchte, sollte jetzt wenigstens seine Datenschutzeinstellungen überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Gibt es Alternativen?

Klar gibt es die, aber dazu muss man natürlich im Hinterkopf haben „Wo viel gegraben wird, da findet man was“. In weniger genutzten Messengern, wie z.b. Telegram kommen eventuelle Datenschutzlecks oder Sicherheitsrisiken weniger schnell an die Öffentlichkeit als bei WhatsApp. Das heißt natürlich nicht, dass es keine gibt. Zumindest eines spricht für den Datenschutz bei Telegram: Der russische Geheimdienst FSB forderte Zugang zu bestimmten Nachrichten und begründete dies unter anderem mit dem Kampf gegen den Terrorismus. Telegram lehnte dies unter Verweis auf den Schutz der Privatsphäre der Nutzer ab. Daraufhin ordnete ein russisches Gericht die komplette Sperrung an.

Ich selbst nutze am liebsten Telegram, da es für mich komfortabler damit ist am PC zu schreiben. Auch die Sicherheit ist den Entwicklern wichtig – das wird in deren FAQ transparent erläutert.

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